Montag, 15. März 2010

Kritik

Wenn man etwas zeichnet, malt, schreibt etc und schließlich veröffentlicht, dann kommt mit Sicherheit eines: Kritik! Damit muß man rechnen und sich rechtzeitig ein dickes Fell angewöhnen - was nicht immer gelingt. Nun ist Kritik erstmal nichts Schlechtes an sich, was die eigene Arbeit angeht hat man oft einen Tunnelblick und erkennt die eigenen Schwachstellen nicht, eine Meinung von Außen kann da hilfreich sein. Was einen aber überhaupt nicht weiterbringt sind Pauschalurteile wie "Doof", "Schlecht","Nicht gut", "Muß besser werden", "gefällt mir nicht"... das sind subjektive Urteile mit denen man schlicht nichts anfangen kann. Im Gegenteil, wenn man das oft+lange genug hört wird man lediglich gefrustet und schmeißt letztlich genervt den Bettel hin. Sensible Künstlerseelen vertragen Kritik nur bis zu einem bestimmten Grad und nehmen sie oft persönlich. Wenn schon Kritik, dann sollte sie auch konstruktiv sein, dh konkrete Punkte ansprechen und Verbesserungsvorschläge beinhalten. Und zwar so, daß man sie auch umsetzen kann und keine Wischiwaschi Aussagen alà "liebevoller"...
OK, sehr dünnes Eis. Ich bin in Sachen Kritik selber alles andere als Rücksichtsvoll und denke mir hinterher oft: "Hätte ich mal nur die Klappe gehalten!" Anderseits fällt es, wie gesagt, sehr schwer selber zu erkennen wo es hakt und ist auf die Meinung anderer angewiesen um seine Arbeit zu verbessern. Freilich kann man nicht jede Kritik berücksichtigen, was dem Einen gefällt, ist dem Anderen zuwieder, man kann nur das adaptieren was einem selbst zusagt. Sich zu etwas zu zwingen führt nur dazu, daß man die Lust verliert und die Qualität nachläßt. Erschwerend kommt hinzu, Meckern kann jeder, das ist nicht schwierig, sachliche Vorschläge kommen eher selten und werden idR auch nur von Leuten akzeptiert deren Meinung man schätzt und von denen man weiß das sie die nötigen Kompetenzen haben - ansonsten wird es nur als Genöle abgetan.
Nun gibt es gewisse Mechanismen. In Foren zB kann man beobachten, daß Kritik erstmal verhalten kommt. Wenn dann aber mal jemand richtig zuschlägt brechen nicht selten die Dämme und andere schlagen in dieselbe Kerbe. An dem Punkt sollte sich derdie Kritisierte bewußt machen, daß es eigentlich immer dieselben Leute sind die sich dann zu Wort melden. Eine kleine, aber laute Gruppe. Der zufriedene "Normaluser" konsumiert, sagt aber in der Regel nichts. Dummerweise ist es aber gerade die kleine Nörgeltruppe die Zeichnern und Verlegern auffallen, beunruhigen und damit Einfluß nehmen. Als kleines Beispiel: Die Maddrax-Comics sind regelmässig zu Zehntausenden über die Theke gegangen, ergo waren die Leser glücklich+zufrieden damit. Aber es gab auch Beschwerden, nicht mal ein halbes Dutzend, aber es waren die einzigen Rückmeldungen - und prompt bekamen diejenigen die das sagen haben Muffensausen und nahmen Änderungen vor. Der Sieg weniger über eine überwältigende Mehrheit.
Aktuell ist gerade die Neuauflage von Fix&Foxi im Kreuzfeuer (Hätte ich da blos die Klappe gehalten...). Subjektiv gefällt mir das Artwork nicht besonders und teilweise überhaupt nicht. Das liegt daran, daß ich es mit den alten Storys vergleiche die ich, wie fast jeder alte Sack, schon aus nostalgischen Gründen gut finde. Objektiv ist es der Strich, variationslos auf dem Grafik-Tablett gepixelt, Gerade aber Funnies brauchen eine dynamische Pinselführung um die Figuren lebendig zu machen. Dann sehe ich als Problem, daß die Zeichnerinnen aus einem völlig anderen Genre (in dem sie tolle Arbeit leisten) kommen, aber ihnen offensichtlich nie erklärt wurde wie diese, für sie neue, Art Comics funktionieren+am besten gemacht werden.
Diese meine Meinung ist aber letztlich Makulatur wenn genügend Hefte verkauft werden, dann gehöre ich nur der kleinen, lauten Minderheit an die man gelassen zu Gunsten der schweigenden Mehrheit ignorieren kann.

Kommentare:

A.E. hat gesagt…

haste treffend beobachtet, dem ist nichts hinzuzufügen...

Diana Kennedy hat gesagt…

In der Tat, ein hervorragender Beitrag.

Weil die meisten Leute eher mit Kritik als mit Lob zur Hand sind, hab ich mir angewöhnt, bei Dingfen, die ich mag, mir auch mal kurz die Zeit zu nehmen, dies den Urheber wissen zu lassen.

Kritiken in Foren sind nicht selten heikel und konfliktträchtig, weil die Linie zwischen ehrlicher Kritik, Schleimerei, aber auch neidmotivierte Kritik oft schwammig ist.

Geier hat gesagt…

Foren sind auch manchmal wie Kindergärten, da schaukeln sich die Gemüter rechthaberisch hoch. Kein Wunder, es ist meist anonym und man sitzt zuhause vor dem Monitor, keine Gefahr mal eine in die Fresse zu bekommen.