Sonntag, 10. Januar 2010

The Art of...

Jeder der sich mit Malen+zeichnen beschäftigt hat sicher auch einen, mehr oder weniger, großen Stapel an Artbooks.

Mein Erstes war The Art of the Brothers Hildebrandt (1979, Ballantine).
Seinerzeit war ich bei einem Onkel in Hamburg in Ferien, und bin zwangsläufig auch ab+zu durch die Stadt geschlurft. Dabei bin ich einmal in einem Buchladen gelandet (ich glaub 2001), der Sachen hatte wie ich sie noch nie vorher gesehen hatte - Artbooks! Gerade hatte ich Der Herr der Ringe gelesen und da sprang mir das obige Cover sofort besonders ins Auge, und habe das Teil auch promt gekauft, es steht immer noch bei mir im Schrank.
Erstmal war ich hin+weg. Warme Farben, heftige Schatten die die Figuren aus dem Bild herausmodellierten. Verschiedene Stile von gruselig bis schön, Platten- und Buchcover, das hat mich schon schwer beeindruckt, und natürlich die HdR-Motive. Etwas ernüchternd war allerdings der Teil im Buch, der beschrieb wie die Brüder arbeiteten - nach Fotos... Die haben sich gegenseitig mit Tüchern, Besen und Eimern ausstaffiert und in den benötigten Posen fotographiert und das dann abgemalt... Fand ich sehrsehr seltsam, war ich doch der Meinung man müßte alles aus dem Kopf malen. Viel später hab ich noch Urshurak gekauft, ein von den Hildebrandts illustrierter Roman. Die Story ist Banane, ein HdR-Abklatsch, aber die Bilder sind toll. Seinerzeit waren die Brüders recht gefragt, mittlerweile hört+sieht man eigentlich nix mehr von ihnen. Vielleicht sind ihre Arbeiten zu "brav" für den heutigen Geschmack, übertrifft man sich doch Heute mit möglichst kranken und aggressiven Motiven.
Jedenfalls war dieses Buch der Anfang und in diesen Ferien ist noch mein restliches Taschengeld für Bücher von Vallejo und Frazetta draufgegangen, mittlerweile hab ich ein ganzes Regal voller Artbooks, von günstig bis Sauteuer, von Tizian bis Brom.


Kommentare:

Diana Kennedy hat gesagt…

Sieht in der Tat fantastisch aus. ja, diese Artbooks können schon ungemein inspirierend wirken. Ich hatte seinerzeit "Horses and Riders of the Old West" und war ganz verrückt danach. Gerade wenn man am Anfang steht, können solche Werke richtungsweisend sein.

Schade, dass dieser Stil und die Motive heute wirklich nicht mehr so "in" ind. Kommt aber vielleicht mal wieder, denn irgendwann wirken die Superlative in krank+aggressiv ja auch nur noch öde.

David Boller hat gesagt…

Man hoert wenig von ihnen, da Tim in 2006 gestorben ist (tragisch leider) und Greg sich als Pin-up Maler und Hauptzeichner von TSO (Transsiberian Orchestra...google das mal). Vergiss nicht, dass Greg inzwischen auch ueber 70 ist und einfach nicht mehr die Praezision hat...

Rainer F. Engel hat gesagt…

Das war(zur selben Zeit) mein zweites Artbook - damals bei Montanus gekauft. Das erste war "The Art of Frank Frazetta Vol.1" und danach folgte "COLORVISION - The Art of Ron Cobb"...und ich habe sie heute noch im Regal *seufz*.
Diese früheen LotR Kalender Illustrationen waren die besten Werke der Brüder - zum Start des Films versuchten sie nochmal anzuknüpfen, aber ohene Erfolg: Das Herz (oder die Hand) waren nicht mehr dabei.

Geier hat gesagt…

hmm... könnte auch Montanus gewesen sein, ist ja schon ne Weile her.
Von dem transsibirischen Orchester hab ich noch nie gehört, aber die Fotos sind interessant, mal bei Youtube gucken.
Was die ollen Westernmaler super draufhatten sind - dynamische Pferde! Die Viecher kann ich ja leider überhaupt nicht zeichnen, da hab ich ne ganze Herde an Schleich-Figuren als Vorlage.